Didaktisch optimierte Lernumgebungen

Didaktisch optimierte Lernumgebungen bei Language Lab

Klassische Lernkonzepte und -methoden kennen wir aus der Schulzeit oder dem Studium. Der Gedanke daran weckt leider bei vielen Leuten eher Langeweile als Freude. Erkenntnisse aus der Hirnforschung zu Lernumgebungen gibt es viele, nur haben diese den Weg in die Schule nie gefunden. Wundern tut uns das nicht, denn viele Lehrer und Professoren denken, dass der Aufwand des Lernens beim Schüler bzw. Studenten liegt und nicht bei ihnen. Bequem ist es dazu auch noch, wenn man den Großteil der Arbeit an die Lernenden delegieren kann.

Unser Erfolg beruht jedoch auf dem Gegenteil. Unsere Sprachcoaches nehmen so viel Aufwand wie möglich auf sich, damit unsere Teilnehmer so (zeit)effizient wie möglich ihre Englisch-Fähigkeiten verbessern können. Das fängt bereits bei der Lernumgebung an. Eine optimierte Lernumgebung kann die Lernzeit signifikant kürzen, den Kurs wesentlich kurzweiliger machen und zusätzlich das Gelernte noch nachhaltiger festigen. Hier sind ein paar Einblicke in unser buntes und dynamisches Konzept zu Lernumgebungen, die für Language Lab Kurse Brot und Butter sind.

Warum unsere Teilnehmer keinen kostenlosen Kugelschreiben bekommen

Inhalte haben bereits die antiken Griechen in ihren sogenannten Hypomnema stichwortartig notiert. Diese Hypomnema fungierten als Gedächtnisstützen; in manchen Fällen waren sie auch persönliche Leitfäden zur Lebensführung. Aus diesen Hypomnemata hat sich während der Renaissance der Standard entwickelt, dass Studenten sich die Lerninhalte genau notieren müssen, damit sie nicht vergessen werden. Dann kam der Buchdruck, der die Kosten von Büchern drastisch senkte. Nun wollte man Studenten das Notieren vereinfachen, indem man ihnen Lehrbücher zur Verfügung stellte.

Springt man nun in ein typisches Klassenzimmer einer Sprachschule des heutigen Zeitalters, dann beobachtet man mit sehr hoher wahrscheinlichkeit einen Lehrer, der ein Sprachbuch abarbeitet und mind 15 – 20 Studenten, die in dem Sprachbuch mitlesen und nebenbei noch ein paar Notizen machen. Wie viele Lückentexte mussten Sie damals in der Schule im Fremdsprachenunterricht ausfüllen?

Man hat jedoch schnell erkannt, dass dieser Wissenstransfer nicht wirklich effizient ist (Schüler müssen für diese Methode ja nicht zwingend vor Ort sein) und hat daher das Ganze digitalisiert und voilá – nun gibt es Fremdsprachen-Apps und Online-Plattformen, wo ein Computer nun die Inhalte vorliest und das Gesprochene der Schüler analysiert. Manchmal kann man auch einen Online-Privatlehrer dazubuchen, der oft aus einem Land unterrichtet, wo der Durchschnittslohn unter der Armutsgrenze liegt. Naja, zumindest muss man bei Onlineplattformen keine Notizen mehr machen.

Im Gegensatz dazu dürfen unsere Teilnehmer kein einziges Wort aufschreiben und Lehrbücher verwenden wir maximal, um den Beamer etwas höher platzieren zu können. Durch unser interaktives Konzept wäre es sowieso schwierig etwas zu notieren, denn bei uns gibt es nicht mal einen Schreibtisch für unsere Teilnehmer. Unsere Lernumgebung befindet sich auch nicht nur in einem Gebäude, sondern ist in ganz Berlin Kreuzberg verteilt.

Für viele ist das Aufschreiben oder Notieren von Inhalten gut gemeint und verfolgt das Ziel, nichts aus dem Kurs zu vergessen oder wichtige Inhalte für die Zukunft zu “mumifizieren”. Mir gefällt das Wort mumifizieren in diesem Kontext ganz gut, da der Großteil der Notizen oft nie wieder gelesen wird. Leider ist das Niederschreiben oft eine Vereinbarung mit sich selbst, dass man sich im Kurs erstmal nur auf das Mumifizieren konzentriert. Auch wenn viele meinen, dass sie Meister im Multi-Tasking sind, ist es schier unmöglich, sich auf das Schreiben und das aktive Zuhören und Verstehen gleichzeitig zu konzentrieren. Wer kennt das nicht? Wenn man die Notizen am Folgetag oder später nochmal durchgeht, versteht man einen Großteil nicht mehr, weil man den Lernstoff nur schnell und stichwortartig niedergeschrieben hat. Es ist längst auch wissenschaftlich belegt, dass man schwer aktiv zuhören kann, wenn man einen Gegenstand in der Hand hält und dadurch, auch wenn nur unterbewusst, von dem Haptischen abgelenkt wird. Diese Ablenkung gilt auch für den gutgemeinten Stift in der Hand und den Notizblock auf dem Schoß. Und fangen Sie mir erst gar nicht mit Laptops und iPads im Klassenzimmer an.

Wir empfehlen daher unseren Teilnehmern, entspannt mitzuhören, die Informationen richtig zu verstehen und zu analysieren, Fragen zu stellen und sich mit dem Thema gedanklich und mündlich auseinanderzusetzen. Elektronische Geräte aller Art, selbst Fitness-Armbänder, werden aus unseren Lernumgebungen verbannt.

Spielraum oder Unterrichtssaal?

Aber heißt das jetzt, dass die Kurse bei Language Lab so besonders sind, weil die Teilnehmer keinen Block und Stift bekommen? Natürlich nicht. Das ist nur ein (eher einfacherer) Teil des gesamtheitlichen Konzepts, der für sich alleine bereits die Lerngeschwindigkeit fast verdoppeln kann.

Zwar müssen wir keine Stifte und Notizblöcke vor Kursbeginn vorbereiten, aber eine optimierte Lernumgebung für einen Teilnehmer vorzubereiten, nimmt schon etwas Zeit in Anspruch.

Ein Baustein der optimierten Lernumgebung, der gut vorbereitet sein muss, ist die Integration der Grammatik. Viele Konzepte der englischen Grammatik sind oft nicht logisch oder können nicht von der deutschen Grammatik abgeleitet werden. Die meisten lernen diese einfach nur auswendig, ohne wirklich den Sinn dahinter zu verstehen. Das trifft insbesondere auf Selbstlerner zu.

In unserer optimierten Lernumgebung gibt es für jedes grammatische Grundkonzept einen eigenen Bereich, mit eigenen Visualisierungen und einfachen Geschichten, die das Konzept einfach und nachhaltig erklären. Menschen sind nämlich irrsinnig schlecht darin, Zahlen, Fakten und starre Konzepte auswendig zu lernen. Menschen merken sich aber Geschichten wahnsinnig gut. Was denken Sie, war der wahre Inhalt der Geschichten der Gebrüder Grimm, Sie wissen schon, die Brüder die Märchen wie Schneewittchen und Hänsel und Gretel geschrieben haben? Es war im Endeffekt ein Erziehungsbuch. Denken Sie, dass die Grimm-Brüder ansatzweise so erfolgreich gewesen wären, wenn sie die Erziehungsmethoden bzw. -konzepte nicht als Märchen aufbereitet hätten?

Denselben Ansatz verfolgen wir mit unseren Visualisierungen und kurzen Geschichten zur englischen Grammatik. Als gutes Beispiel dient hier die “Will-Future” Zeitform. Deutsche tun sich nämlich insbesondere mit den englischen Zeitformen recht schwer, da es die englischen Zeitformen so im Deutschen nicht gibt. Bei uns wird die “Will-Future” Zeitform mit Hilfe von Will Smith visualisiert und erzählt, einem berühmten Hollywood Schauspieler, falls sie ihn nicht kennen. Es würde an dieser Stelle leider den Rahmen des Artikels sprengen, wenn wir die ganze Geschichte und das Konzept dahinter erklären würden.

Wenn der Sprachcoach davon überzeugt ist, dass die Teilnehmer die Grammatik wirklich verstanden haben, fokussiert er sich im Anschluss darauf, den Inhalt im Langzeitgedächtnis zu festigen. Das erreicht man durch die ständige Anwendung. Kann man über Lückentexte machen, ist aber bei weitem nicht so effektiv wie bei uns.

Zur Anwendung gibt es in unserer optimierten Lernumgebung separate Bereiche. Ein Bereich ist beispielsweise eine entspannte Ecke mit Sesseln, wo der Sprachcoach eine kleine Grammatik-Session durchführt und über Alltagsthemen mit den Teilnehmern spricht. Das passiert meistens morgens beim ersten Kaffee und ist für Business Small Talks und das freie Reden ein wichtiger Bestandteil. Oft werden hier auch Pausen verbracht, wo Früchte, Nüsse und Snacks ebenfalls zur Verfügung stehen.

In einem anderen Bereich haben wir für die Teilnehmer eigens entwickelte Spiele und Aktivitäten vorbereitet. Die Auswahl der Aktivitäten erfolgt dabei auf Basis des Lerntyps und den Ergebnissen aus der Bedarfsanalyse. Das sind unter anderem Brettspiele, Kartenspiele oder andere laminierte Visualisierungen. Die Spielregeln basieren hierbei auf der englischen Grammatik. Das bedeutet, wenn Sie das Spiel gewinnen wollen, müssen Sie sich an die Grammatik erinnern, sie verstehen und auch anwenden. Ganz nebenbei werden so die grammatikalischen Konzepte wiederholt und gefestigt.

Ein Stück weit sind unsere Sprachcoaches auch Tour Guides

Wo denken Sie ist der ruhigste Ort der Welt? In Brandenburg? In der Wüste? Auf einem Berg? Tatsächlich gibt es in unserer natürlichen Umgebung keine absolute Stille. Das Rauschen des Meeres, das Rascheln der Blätter, das Zwitschern der Vögel, das Summen des Beamers, das Tippen des Kollegen. Unsere Ohren sind ständig am Wahrnehmen von Geräuschen.

Laut dem Guinessbuch der Rekorde befindet sich der ruhigste Ort der Welt in den USA. Die in Minneapolis gelegene Akustikkammer besteht aus 1 Meter dicken Glasfaser-Akustikkeilen, doppelten Wänden aus isoliertem Stahl und 30 cm dicken Beton, wodurch sie zu 99,99 Prozent schallabsorbierend ist und einen Dezibel-Wert von -9,4 dB(A) erreicht. Der längste Zeitraum, den ein Mensch dort verbringen konnte? 45 Minuten.

Steven Orfield, der Präsident und Gründer des Labors, weist beispielsweise darauf hin, dass auditive Hinweise in jeder Umgebung den Menschen helfen, sich zurechtzufinden. Wenn jedoch nichts als völlige Stille herrscht, ist es für den Verstand schwierig, sich einen Reim darauf zu machen, was gerade passiert oder wo er sich befindet. Das bedeutet, dass man sich, wenn man länger als eine halbe Stunde dort ist, auf einen Stuhl setzen muss.

Diesen unterbewusst erzeugten Stress gilt es in unserer Lernumgebung zu vermeiden. Stress kostet Energie. Energie, die wir dann nicht fürs Lernen oder gezielt zuhören verwenden können.

Wenn wir mit unseren Teilnehmern draußen im Park oder im Restaurant sind, ist das kein Problem. Vertrauen Sie mir, Berlin ist keine ruhige Stadt. Aber ein Großteil der Lektionen findet drinnen statt. Mit entspannter Musik können wir diese akustische Suche jedoch ganz einfach beenden. Die Musik spielt im Hintergrund und viele bemerken erst nach ein paar Tagen, dass sie überhaupt im Raum gespielt wird (oder wenn die Musik, warum auch immer, plötzlich fehlt oder nicht mehr zu hören ist). Die Musik darf nicht zu emotional, laut oder wechselhaft haft sein und in der Regel bestehen die Language Lab Playlists aus entspannter klassischer Musik, oft auf Klavier oder aus kleinen Barock-Ensembles. Dazu kommt die Tatsache, dass diese Art und Tempo von Musik uns bei der Entspannung hilft. In einem entspannten Umfeld kann man schnell runterkommen und sich gut auf den Lernstoff konzentrieren. Aus diesem Grund sind die meisten Musikstücke auch um 60/80 Schläge pro Minute. Falls die Musik sofort oder eher negative Gedanken oder Erinnerungen aufruft, wird das auch gerne gewechselt.

Spielraum oder Unterrichtssaal?

Diesen Satz hören wir oft im Flugzeug. Ich denke, Sie brauchen keinen Englischkurs, um hier das richtige für Sie auszuwählen. Was ist aber, wenn Sie bei einem wichtigen Geschäftsessen sich mit einem internationalen Geschäftspartner austauschen (müssen)?

Bei uns nutzen wir daher auch die Mittagspause, um Sie auf solche oder ähnliche Situationen vorzubereiten. Bei uns sind die Restaurants, wo unsere Teilnehmer mit Ihrem Sprachcoach mittagessen gehen, auch Teil der optimierten Lernumgebung. Dabei können unsere Teilnehmer aus vielen internationalen Restaurants in der Umgebung auswählen. Während des Mittagessens wird zwar nicht offiziell gelernt aber wir nutzen die entspannte Gelegenheit die gelernten Konzepte anzuwenden – Learning By Doing im wahrsten Sinne des Wortes. Hier kommen viele gängige Vokabeln und Konstruktionen ins Spiel, die sonst eventuell im Kurs einfach nicht aufgetaucht wären. Zutaten, kulinarische Urlaubserfahrungen, Kochtechniken und Allergien werden kontextbezogen besprochen. Neue Vokabeln und Konzepte werden, wie immer im Kurs, nebenbei vom Sprachcoach aufgeschrieben und später in die Vokabel-Sets mit eingebaut. Auch hier ist der Kontext wichtig: Man weiß drei Stunden später genau woher und wann das Wort oder der Satz aufgetaucht ist.

Am Mittagstisch geht es aber nicht nur um das Essen. Unsere Sprachcoaches nutzen die Gelegenheit auch, um Business Small Talks zu üben. Dabei geht es nicht immer um die perfekte Grammatik oder Formulierung, sondern wie man frei redet und einen guten sympathischen Eindruck beim Gegenüber erzeugt. Hierzu passt auch die Anwendung von linguistischen Improvisations-Methoden, die mit unsere Sprachcoaches geübt werden.

Die Mittagessen eignen sich auch, um sogenannten kontextbedingte Mikromodule der Grammatik entspannt in einem echten Umfeld zu besprochen. Ein sehr schönes Beispiel hierfür ist der Unterschied zwischen den Verben “look at” und “watch”. Es gibt keine bessere Umgebung dafür als die sonnige Terrasse eines italienischen Restaurants. “What can you watch? The birds, the waiters, the trees moving in the wind – But let’s look at the menu, the painting on the wall and the cat sleeping in the shade”. Kleiner Tipp: Hier kommt es übrigens auf die Bewegung an. Bei Konstruktionen mit “look at” müssen sich unsere Augen nicht bewegen, um das Objekt zu verfolgen. Bei “watch” eben schon.

Wir legen so viel Wert auf die Inklusion des Mittagessens, dass wir die Kosten auch auf uns nehmen.

Warum Business Professionals besonders von der Lernumgebung profitieren

Unsere Optimierung der Lernumgebung besteht noch aus vielen weiteren und komplexeren Bestandteilen. Wir hoffen jedoch, dass wir durch diesen kleinen Einblick unsere Methoden etwas veranschaulichen können.

Und seien wir mal ganz ehrlich: Unsere Privatkurse sind bei weitem nicht so günstig wie bei einer Sprachschule oder an einer Fachhochschule. Unser Ansatz ist jedoch, das Lernen von Englisch so zeiteffizient, aber auch so angenehm wie möglich zu gestalten. Fast alle unserer Teilnehmer benötigen Englisch für ihren anspruchsvollen Beruf. Die kognitiven Kapazitäten sind meist schon erschöpft. Wir möchten mit unseren Kursen, Methoden und Lernumgebungen dafür sorgen, dass der Sprachkurs sich ein bisschen wie ein Sprachurlaub anfühlt oder wie ein netter Spieleabend mit Freunden und gleichzeitig um ein Vielfaches effizienter ist als ein Sprachkurs bei einer Sprachschule.

Author: Sophie – Lead Sprachcoach
Datum: 13. August 2023